
Sich der Entwicklung der Kunstwelt durchaus bewusst, ist Konrad Hummels
Begründung für seine traditionelle Arbeitsweise kein Bekenntniss einer
affirmativen Haltung in Richtung der in der Entwicklung zurückgebliebenen
Kulturkonsumenten – sondern Aussage eines genussvollen Egoismus.
Nicht ein bestimmtes „Bild“ ist Ziel und Ausgangspunkt in Hummels Arbeit, sondern etwas unbestimmteres, ein Gefühl, eine vage Vorstellung, die erst im Arbeitsprozeß eine fixierte optische Erscheinung erhält. Ein Vorgang ist Ausgangspunkt, der ihn gleichzeitig zum Schöpfer und Betrachter werden läßt. Ein Schöpfer, der sich in seinem Werk ein Gegenüber schafft, das (der) in eigener Weise reagiert.
Neben das Scheitern und den damit verbundenen notwendigen Veränderungen - Übermalungen, Überzeichnungen – die
in den Lasuren, den Spuren und Abarbeitungen nachvollziehbar bleiben, tritt der
Klärungsprozess.
Im Erkennen, daß sich für Hummel im entstehenden Bild genau das wiederfindet, was vager Ursprung eines Gedankens oder eines Gefühls war, im Gelingen liegt für Momente ein Gefühl der Euphorie, das im eigenen Gegenüber wichtiger ist als der Gedanke – wie ein möglicher Betrachter dieses Bild sehen könnte. Diesen Vorgang empfindet Konrad Hummel als ein Herauskämpfen und die nachvollziehbaren Kampfspuren machen das Bild aus.