Kunsthalle Arnstadt

Galerie für zeitgenössische und moderne Kunst

Mischung aus Surrealismus und Realismus

Thüringer Allgemeine am 27.01.2014:

Arnstadt (Ilmkreis). Die neue Ausstellung in der Kunsthalle Arnstadt zeigt Arbeiten des Leipziger Malers Michael Kunert.

Michael Kunert

Die Ausstellung in der Kunsthalle in Arnstadt mit Werken des Leipziger Malers Michael Kunert (im Bild) wurde am Samstagabend eröffnet. Foto: Marco Schmidt

Eigentlich war Michael Kunert nur ein Ersatz für seinen ehemaligen Kommilitonen Detlef Liefertz. Der wollte seine Bilder in der Kunsthalle in Arnstadt ausstellen, musste aber kurzfristig absagen.

So sprang der Leipziger Maler Michael Kunert ein, dessen Ausstellung am Samstagabend eröffnet wurde. Unter dem Namen „Auf halben Wege“ hat der Maler 29 Acryl-Bilder, die in den letzten zehn Jahren entstanden sind, mit nach Arnstadt gebracht.

„Ich bin von den Räumlichkeiten der Kunsthalle begeistert“, freute sich der Maler, dass er nach 1995 einmal wieder in Thüringen ausstellen kann. Als „zurückgestellten Realismus“ bezeichnet Kunert selbst seinen Stil. Seine Motive finde er im Alltagsleben. Im Atelier setzt er diese Erlebnisse dann um, und lässt auch seine Emotionen, wie Ärger oder Freude, mit einfließen. So überzeichnet er seine Figuren, arbeitet vor allem mit kräftigen Farben ihren vermeintlichen Charakter heraus, was den Bildern ein eher comic-haftes Aussehen verleiht.

„Diese Überhebung ist mir auch wichtig“, sagt Kunert. Ihn interessiere vor allem, was hinter der Fassade passiert. Das zu zeigen, gelingt ihm hervorragend. Obwohl er ohne Vorlage arbeitet und nur aus der Erinnerung heraus malt, erklärt er die Entstehung der Bilder.

Eine normale Baustelle in einer Innenstadt, wo die Straße für Tiefbauarbeiten aufgerissen wurde, ist für ihn eine Unterbrechung der Architektur, die er „als einen chirurgischen Eingriff“ wahrnimmt und entsprechend widergibt. So entstehe eine Mischung aus Surrealismus und Realismus, lobte Diana Trojca in ihrer Laudatio.

Sie ging auch auf die Liebe von Kunert zu Großstädten ein. „Ihm gelingt es auf der einen Seite, das pulsierende Leben der Großstädte, aber auch die Einsamkeit zu zeigen“, so die Laudatorin. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Frank Frai am Saxofon und Torbjörn Erikson am Klavier.

Bis Ende zum 23. März sind die Arbeiten von Michael Kunert zu den Öffnungszeiten der Kunsthalle zu sehen.

Danach folgt die geplante Ausstellung von Detlef Liefertz.

Marco Schmidt / 27.01.14 / TA

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Veröffentlicht unter Aktuell von webmaster am 28. Januar 2014 um 12:32.

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